„KRÜMMUNGSRUCK STERNBRÜCKE“ von Helga Bahmer
22. Mai – 6. Juni 2026
Fr. 22.05.26, ab 19 Uhr (Vernissage)
Mit Live Musik von Deer Anna
Am 30.5. gibt es eine Führung um 14 Uhr. Nur mit Anmeldung.
Adresse
giraffentoast Gallery
Kleiner Schäferkamp 28
20357 Hamburg
Das Projekt KRÜMMUNGSRUCK STERNBRÜCKE
untersucht in einer fotografischen Studie die Brüche zwischen Stadtplanung, Architektur und menschlichem Leben – dokumentiert während der Transformation der Sternbrücke in Hamburg. Krümmungsruck – ein Begriff aus der Trassierung – beschreibt den krümmungsfreien Übergang zwischen zwei Gleisen oder Straßen.
Doch dieser Wandel – in Hamburg ein altbekanntes Thema – entzieht sich meist denen, die die Stadt tagtäglich beleben. Die marode und ranzige Sternbrücke soll abgerissen werden. Die Clubs des pulsierenden Underdog-Nachtlebens an der Kreuzung Stresemannstraße und Max-Brauer-Allee mussten sich aus dem Beat der Züge schälen und an einem anderen Ort neu erfinden.
Die Sternbrücke und ihre Umgebung transformieren sich über mehrere Jahre hinweg: geschlossene Türen, gefällte Bäume, Abrisslücken von Häusern, Transporte zur Baustelleneinrichtung – alles umringt von martialischen Pfeilern der Versorgungsleitungen für den Bau des Ersatzes. Unter der Brücke läuft der Rhythmus der Züge ins Leere; es klingt dort schwer und hohl. Eine schmerzhafte Urbanität breitet sich aus, die zeigt, dass das Alte zur Nostalgie wird und das Neue noch ungewiss ist.
Dem Raum um die Sternbrücke wurde seine Lebendigkeit genommen und in arbeitsame Maschinen und Bauwut verwandelt. Verhüllt schreitet der Neubau der Brücke mehrere hundert Meter weiter voran.
Neue Töne und Tönungen im Stadtteil wie während der Transformation der Sternbrücke lassen Notwendigkeit und Widerspruch massiv aufeinanderprallen – eine Eruption. Diese transformative Eruption ist eine besondere historische Situation in Hamburg, in der sich zeigen wird, wie das zerstörte Alte und das noch nicht greifbare Neue eine Verbindung eingehen können.
Helga Bahmer
Kunstfotografin und DokumentarfilmerinHelga Bahmer lebt und arbeitet in Hamburg. Sie studierte Kunstfotografie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und spezialisierte sich später auf Dokumentarfilm an der Kunsthochschule für Medien in Köln.
Ihre Arbeit untersucht die Schnittstellen zwischen Identität, Stadtplanung und Architektur. Im Mittelpunkt ihrer Arbeit steht die Frage: Wie prägen Orte und Politik die Menschen? Ihre Werke verbinden persönliche Reflexion mit sozialer Analyse und laden die Betrachter dazu ein, sich mit urbanen Strukturen und deren Einfluss auf die Identität auseinanderzusetzen.
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